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Akkordeon Aufbau und Funktionsweise: Wie funktioniert ein Akkordeon?

Mann auf Bild zeigt Akkordeon Aufbau und wie ein Akkordeon funktioniert.

Das Akkordeon ist ein Instrument mit einer durchaus spannenden Geschichte. Die rund um das Jahr 1820 von einer Reihe cleverer Instrumentenbauern entwickelten Kreationen verbreitete sich aufgrund der aufkommenden Massenfertigung, der Migrationsbewegungen in die Neue Welt und der Dominanz der europäischen Großmächte während der Zeit der Kolonialisierung rasch über die ganze Welt. Bis heute ist das volkstümliche Musikinstrument beliebt und bekannt für das einzigartige Klangmuster.

Wer sich einmal mit dem Aufbau eines Akkordeons beschäftigt hat, wird feststellen, dass es sich um ein sehr komplexes Instrument handelt. Da stellt sich doch die Frage: Wie funktioniert ein Akkordeon?

Beim Auseinanderziehen und Zusammendrücken gelangt Luft in das Akkordeon. Durch gleichzeitiges Drücken einer Taste auf der Diskantseite beziehungsweise eines Bassknopfes wird ein Luftstrom erzeugt. Dieser Luftstrom regt die Stimmzungen zum Schwingen an und ein Ton erklingt.

Im Unterschied zu Keyboards oder Pianos müssen bei Akkordeons drei Sachen (die Diskantseite, die Bassseite und der Balg) gleichzeitig bedient werden. Wer Akkordeonspielen lernen möchte, muss sich keinen Kopf machen. Nach etwas Übung hat man schnell den Dreh raus.

Für den Einstieg sind besonders gut die Akkordeons für Anfänger geeignet. Diese verfügen über wenige Tasten, wodurch sie sich einfacher spielen lassen.

Aufbau eines Akkordeons


Stimmstöcke & Stimmzungen

Im Wesentlichen besteht eine Akkordeon aus vielen von Stimmzungen, diese werden entweder direkt mit dem Musikinstrument verleimt oder zu bis zu sechs Stimmblöcken zusammengefasst und in Reihe innerhalb des Diskantgehäuses festgeschraubt. Das Diskantgehäuse ist dabei der kastenförmige Teil des Akkordeons, an dem die Tasten oder Knöpfe befestigt sind.

Auch fällt häufig der Begriff „Kazelle“, damit ist sowohl die Luftführung zwischen einer bis zwei Stimmzungen als auch der Raum, in dem die Stimmzunge schwingt, gemeint. Die Kazellen sind meistens aus Holz gefertigt. Bei einigen Instrumenten werden allerdings auch Spritzguss-Polymer-Stimmstöcke eingesetzt.

Stimmstücke aus Polymer haben den Vorteil, dass sie weniger von Klimaschwankungen betroffen sind und es zu geringeren Abweichungen bei der Produktion kommt. Einen Klangunterschied zwischen Holz- und Polymer-Stimmstöcken können Menschen quasi nicht wahrnehmen.

In erster Linie beeinflussen die Qualität der Stimmplatten und die Form der Kanzelle die Tonbildung. Aus diesem Grund werden bei einigen Instrumente Polymer- und Holzstimmstöcke gemeinsam verbaut.

In der Herstellung werden die Trennwände der Kanzellen entweder als Einzelteile mit einer Trennwand verleimt oder von einer Fräsmaschine aus einem vorbereiteten Holzblock entsprechend ausgeschnitten.

Die Grundplatte mit den Schallöffnungen und die obere Leiste bestehen dabei aus härterem Holz. In manchen Akkordeons kommen zudem Stimmstöcke zum Einsatz, bei denen die Registerschieber bereits im Stimmstockfuß beinhaltet sind.

In der Anordnung der Stimmplatten auf den Stimmstöcken gibt es große Unterschiedene zwischen den einzelnen Akkordeon Arten und anderen Harmonikainstrumenten. Bei fast allen Instrumenten ist allerdings gleich, dass der Stimmblock im Diskant an einem Ende schmaler ist als am anderen. Zudem sind die Tonlöcher meistes rechteckig, um den Einsatz von Registerschiebern zu erleichtern.

Die Stimmplatten, die oftmals aus Stahl und nur noch selten aus Messing bestehen, werden gemeinsam mit einem Ventil (aus Leder) auf dem Stimmblock mit einer speziellen Wachsmischung aufgeklebt. Teilweise auch heutzutage noch Bienenwachs zum Einsatz.

Bei modernen Konzertinstrumenten aus Frankreich und bei älteren Wiener Instrumenten werden die Stimmplatten mit Schrauben, Nägeln oder Haken befestigt.

Bassknöpfe

Die Tasten oder Knöpfe auf der Diskantseite können beim Spielen gesehen werden. Bei den Bassknöpfe auf der linken Seite ist das nicht der Fall. Aus diesem Grund sind einige Knöpfe geriffelt oder haben kreuzförmige Einkerbungen, um das „blinde“ Navigieren zu vereinfachen.

Die meisten Akkordeon Hersteller heben den Grundton C besonders hervor. Oftmals heben sich auch die Töne E und Ab von den anderen Buttons ab. Das ist allerdings nicht immer der Fall.

Balg

Die oftmals aufwendig verzierten Tastaturen und Knöpfe mögen zwar beeindruckend aussehen, aber das eigentliche Herz des Instruments bleibt der Balg, ohne diese könnte das Akkordeon nämlich keinen Ton von sich geben. Beim Zusammendrücken und Auseinanderziehen wird ein Luftstrom erzeugt, der die Stimmzungen zum Schwingen bringt und dadurch einen Ton erzeugt.

Der Balg eines Akkordeons ist aus Papier und verschiedenen anderen Materialien gemacht. Durch das Drücken des Luftknopfs (auf der linken Seite) kann der Balg auch bewegt werden, ohne dass die Zungen ein Geräusch machen.

Gerade von erfahrenen Spieler hört man immer wieder, wie wichtig die richtige Handhabe mit dem Balg ist. Die Menge und der Druck der Luft haben nämlich eine entscheidende Wirkung auf die Lautstärke der  gespielten Töne. Durch schnelles, kraftvollen Zusammendrücken oder Auseinanderziehen werden besonders laute Geräusche erzeugt. Geht man langsamer und sanfter vor, spielt das Akkordeon auch wesentlich leiser.

Register

Ein Register kann mehr als eine Stimme haben. Auf der rechen und auf der linken Seite besteht die Möglichkeit durch eine Reihe von Schaltern die Klangfarbe durch das Zuschalten von bis zu fünf Chören zu verändern. Die Funktion dieser Schalter besteht darin, einen oder mehrere Stimmplättchensätze mittels der Registerschieber zu öffnen oder zu verschließen.

Je mehr Zungen in einem Akkordeon verbaut sind, desto mehr Schalter stehen auch zur Verfügung. Es hängt von den Herstellern und vom jeweiligen Modell ab, ob Register angeboten werden. Sehr einfache Akkordeons für Einsteiger besitzen oftmals keine Register. Das gleiche ist bei diatonsischen Instrumenten der Fall.

Durch den Einsatz der Register kann der Klang stark verändert werden. Beispielsweise können bei der rechten Tastatur eines Kalvierakkordeons bis zu vier Zungenpaare verwendet werden. Jedes Set liegt dabei eine Oktave auseinander. Die gespielten Töne unterscheiden sich deutlich, wenn etwa nur der niedrigste Stimmplättchensatz gespielt wird. Mit den Schaltern (bzw. den Registerschiebern) wird gesteuert, welche Kombination der Stimmplättchensätze gleichzeitig erklingt.


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